Plasmapolieranlage

Die Bearbeitung von Metalloberflächen ist in vielen Bereichen der Industrie von großer Bedeutung. Es gibt eine Vielzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten, die unter anderem zwischen beschichtenden und Trenn-Verfahren unterschieden werden. Beim Polieren wird grundlegend unterschieden zwischen dem mechanischen und dem elektrolytischen Polieren (z.B. dem Elektro- und Plasmapolieren).

Das Plasmapolieren ist im Gegensatz zum Elektropolieren ein neuartiges und umweltschonendes elektrolytisches Verfahren zum Polieren, Reinigen und Entgraten von metallischen Oberflächen. Beim Plasmapolierverfahren werden anodisch gepolte metallische Werkstücke in einen Elektrolyten gegeben. Der Elektrolyt ist eine wässrige Lösung, deren Leitwert durch Zugabe von Ammoniumsalz variiert werden kann. Das durch Anlegen eines hohen elektrischen Potentials entstehende Gas benetzt das zu polierende Werkstück und es kommt zur prozessbedingten Plasmaentwicklung. Das sich ausbildende Plasma benetzt das zu polierende Werkstück und führt zu einem minimalen Masseverlust, zu einer Verringerung der Rauheit sowie zur Entfernung von organischen und anorganischen Verunreinigungen und somit zu glänzenden gratfreien Oberflächen. Bei einem typischen Materialabtrag von bis zu 10 µm pro Minute bleibt die Form des polierten Werkstückes erhalten. Das Plasmapolierverfahren ist somit eine geeignete Methode, um die Oberflächengüte zu verbessern. Vielversprechende Anwendungsgebiete dieser Technologie sind das Polieren von Innenflächen, wie z.B. bei Rohren, sowie die Veredelung von Komponenten und Produkten für die Medizintechnik.

Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Philip Töllner